Nach 2011 ist es das zweite Mal, dass ich bewusst auf Facebook verzichte. Das Experiment findet im Rahmen der Fastenzeit statt. Zum zweiten Mal entziehe ich mich dem angesagten Zwang alles über die Welt zu wissen und natürlich die Welt alles über mich zu wissen.
Das Vorhaben auf das größte Social Network unserer Zeit zu verzichten, kommt nicht, weil die Leute 40 Tage Ruhe von mir haben sollen, sondern um zu erfahren, ob es das normale Leben auch ohne täglichen Facebook Konsum noch möglich ist. Sicherlich werden einige darüber lachen, weil sie selbst Facebook kaum benutzen, anderen soll hiermit aber vorgeführt werden, dass es heutzutage nicht selbstverständlich ist, dass man alles und jeden über das blaue virtuelle soziale Netzwerk zu erreichen.
In den vergangenen zwei Wochen ist eines deutlich geworden: Man verliert den Kontakt zu funktionierenden Gruppen. Nach einem langen Prozess von Einfindung und Überzeugung die Kommunikation über Facebook zu betreiben, fällt es einem sichtlich schwer von jetzt auf sofort auf dieses Kommunikationsmittel zu verzichten - auch weil es das einzige Medium in unserer Welt ist, worüber man unverbindlich und schnell zu einem "Fremden" Kontakt aufnehmen kann.
Anders wie bei WhatsApp oder E-Mails benötigt man lediglich den (Facebook-)Namen um zu jemanden Kontakt aufzunehmen. Im Zweifelsfall reicht sogar nur das Profilbild zu erkennen - sofern eines öffentlich zugänglich ist. Bei WhatsApp und E-Mails benötigt man weiterhin intimere Daten wie die Telefonnummer oder die E-Mail Adresse.
Komplett auf Social Network verzichten?
Facebook ist in der heutigen Welt zwar der größte und dickste Fisch im Social Network Meer, aber lange nicht der einzige. Dabei handelt es sich bei WhatsApp aber mittlerweile auch um eine Art Social Network. Durch Gruppenzugehörigkeit kann man mit anderen, fremden Menschen ebenfalls Kontakt aufnehmen, zu mal man direkt die gesamten Kontaktdaten bekommt, wenn man mit diesem Fremden Menschen in einer Gruppe ist. Abgesehen von den bekannten Sicherheitslücken ist WhatsApp mindestens genau so dick wie Facebook - nur auf einer anderen Ebene.
iMessage, Twitter, Flickr, Instagram und andere Messenger gehören ebenfalls zum sozialen Netzwerk und für den jeweiligen Benutzer sind diese auch nicht mehr wegzudenken. Die Zahl an neuen Messenger wird immer größer und damit auch unübersichtlicher. Am Anfang gab es ICQ. Und jetzt? Alles was das Herz begehrt. Sollte jemand der auf Facebook dann nicht auch komplett auf das gesamte soziale Netzwerk verzichten?
Die Frage ist berechtigt, punktet aber nur, wenn derjenige seine sozialen Interessen über alle anderen Plattformen gleichmäßig verstreut. Dies ist in meinem Fall nur bedingt richtig. Zwar gehören Twitter, Skype und WhatsApp zum Repertoire, werden aber unterschiedlich benutzt. Zugegeben Twitter ist eine Art Facebook-Ersatz. Diesen Vorwurf kann ich nicht aus dem Weg rennen und muss auch als "Grauzone" eingestuft werden, dennoch ist Twitter mit 160 Zeichen begrenzt und spricht nicht die Zielgruppe an, die ich mit Facebook erreiche. WhatsApp dagegen ist der SMS Ersatz und sollte als normales Kommunikationsmittel angesehen werden. Das gilt auch für Skype. Skype dient in erster Linie als Kommunikationsmittel für die Arbeit bei readmore.de und nicht als Messenger-Ersatz zu Facebook.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass der Verzicht auf Facebook zahlreiche Automatismen wie Terminabsprache, schnelle Gruppenkonversionen und die Möglichkeit eine "fremde" Person zu kontaktieren erheblich bis komplett einschränkt. Alternativen gibt es kaum, lediglich WhatsApp fängt die Problematik mit den Gruppenkonversionen auf - aber auch da müssen dem Gruppenadmin erst einmal alle Nummern bekannt sein.
Trotz der Einschränkungen ist der Alltag weiterhin aktuell, auch wenn einem heiße Themen erst Tage später mitgeteilt werden, doch dafür man schließlich Freunde, die einem trotzdem auf dem Laufenden halten.
Im zweiten Teil:
Back to the Roots? Leben ohne Internet, WhatsApp und Google? Möglich oder unmöglich? Abhängig oder notwendig?
Donnerstag, 27. März 2014
Montag, 25. November 2013
Hiobsbotschaft für Derrick Rose und die Chicago Bulls
Der Sport schreibt die besten Geschichten heißt es, aber solche Geschichten wie vom Basketball Spieler Derrick Rose will man eigentlich nicht lesen oder schreiben. Er ist gerade einmal 25 Jahre alt und wurde bereits mit 23 Jahren der wertvollste Spieler der regulären Saison in der stärksten Basketballliga der Welt, der NBA. Danach jedoch wurde das Ausnahmetalent von einer Hiobsbotschaft eingeholt. In den Playoffs 2012 zog er sich einen Kreuzbandriss zu und musste bis Oktober 2013 aussetzen. Nach anderthalb Jahren Pause gab er diese Saison sein Comeback. Die Erwartungen waren hoch, vielleicht zu hoch. Obwohl Rose bereits im Mai diesen Jahres schon einsatzbereit war und seinem Team den Chicago Bulls in den Playoffs mit großer Wahrscheinlichkeit helfen konnte, sprach er sich gegen ein frühzeitiges Comeback auf. Für einen so jungen Mann der wohl härteste, aber auch weiseste Schritt den er machen konnte.
In der jungen Saison kam er auf 15.4 Punkte, 4.3 Assists und 3.2 Rebounds. Dagegen traf er aber auch nur 35,4% aus dem Feld leistete sich 3,4 Turnovers. Für Rose der über ein Jahr nicht gespielt halt, ging es nicht darum direkt wieder MVP zu werden, sondern wieder absolutes Top-Niveau kommen und seine Bulls in die Playoffs führen.
Nun erlitt der Superstar einen Meniskusriss im rechten Knie und musste abermals operiert werden. Dies bedeutete gleichzeitig auch das Saison-Aus. Wieder kein Rose, wieder keine Chance auf den Titel. Nach seiner Ehrung zum MVP vor 2 Jahren, wollte er wieder angreifen, der „Alte“ werden, der Energizer, der Guy-to-Go, der Spieler der eine ganze Franchise um ein, zwei Level nach oben hievt. Doch daraus wird diese nichts mehr und in der nächsten? Kann man als Sportler seinem Körper jemals wieder hundertprozentig vertrauen? Wird es überhaupt wieder möglich sein an alte Top-Leistungen heran zu kommen?
Doch was machen die Bosse in Chicago nun? Mit Joakim Noah und Carlos Boozer haben die Bulls neben Derrick Rose noch zwei hochklassige Spieler mindestens für zwei unter Vertrag. Einzig Luol Deng wird nächstes Jahr Free Agent. Soll man nun in den „Tank-Mode“ schalten? Der nächste Jahrgang soll wieder einer der stärksten Jahrgänge seit 2003 werden. Der nächste Superstar mit Wiggins, Parker oder Randle steht bevor. Ein Top-Pick würde die Franchise zwar für die Zukunft gut aussehen, aber ein Rookie bringt nicht immer sofort den Erfolg. Auch ein Wiggins wird ein Jahr brauchen um sich zu akklimatisieren und sich zu entfalten. Wird Chicago die Zeit haben? Wird Chicago Rose wieder die nötige Zeit geben? Und werden die Fans ihm die Zeit geben?
Die Fragezeichen werden mehr und mehr. Die Geschichte des einstigen MVP von 2011 dagegen wird fortgesetzt. Er wird zurückkommen das ist sicher. Er wird hart für sein zweites Comeback trainieren und er wird wieder All-Star, zumindest noch einmal werden die Fans ihn dahin bringen. Doch dann? Wo geht die Reise hin? Bleibt er ein Bulle oder wird er nächste Saison schon woanders auflaufen?
Der Sport schreibt die besten Geschichten - aber auch die traurigsten.
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