Freitag, 16. Mai 2014

Godzilla



Ein Klassiker der Filmgeschichte läuft derzeit in den deutschen Kinos über die Leinwand. Der „King of Monsters“ ist zurück und spektakulärer als je zuvor. Egal ob eine Stadt im Süden Japans, Honolulu, Las Vegas oder San Francisco. Keine Stadt am Pazifik ist vor ihm sicher. Dabei meint er es doch gar nicht so böse mit den Menschen. Geschätzte 120 Meter groß, 40 Meter breit und sicherlich kein Leichtgewicht ist Godzilla der im neuen Remake die Menschen vor „Muto“ rettet. Dabei haben die Menschen ihn in den 50er Jahren ordentlich eingeheizt in dem die Regierungen der USA und der damaligen UdSSR zahlreiche Atombomben in den Pazifik warfen. Aber all das juckte die Riesenechse nicht, im Gegenteil. Aufgrund der zahlreichen Atombomben schien Godzilla nur größer und stärker zu werden. Aber statt sich zu rächen blieb der „King“ in den Tiefen des Ozeans - bis plötzlich die Menschen anfingen „Muto“ mit Radioaktivität zu füttern. Eine Kreatur, die in einem Kokon in einer Höhle auf den Philippinen in Ruhe schlief, bis Mienenarbeiter zu stark buddelten und in die gesamte Anlage in die Höhle stürzte. Der Einsturz war natürlich viel zu laut, so dass „Muto“ wach wurde und sich auf den Weg zum nächsten Atomkraftwerk machte. Dort schlief er noch weitere 15 Jahre und ernährte sich von Radioaktivität.

Von nun an beginnt die durchaus realistische Vorstellung, dass Mega-Kreaturen (größer als Dinosaurier) über die Welt herrschen würden. An dieser Stelle möchte in anmerken, dass es auch neben dem - leicht zu erkennenden - männlichen „Muto“ auch eine weibliche Form gibt, die sich über Jahrzehnte im Atommülllager in Nevada, USA aufgehalten hat. Ebenfalls ca. 100 Meter groß, laut, stinkend und verdammt schwer, aber eben unauffindbar. Zumindest schien es sich trotz ihrer Größe sich an die Umgebung der Menschen angepasst zu haben - aber eben nur bis zu dem Moment als Mr. „Muto“ erwachte und die Lust ihn überströmte.

Was dann folgt mag man mit „Trash“ á la Machete oder Snake on the plane vergleichen, aber dem kann man trotz all der Widrigkeiten und Realismus nicht zustimmen. Sicherlich ist die Vorstellung von „Megaechsen“ leicht unvorstellbar, vor allem, dass man diese im 21. Jahrhundert noch nicht entdeckt oder lokalisiert hat. Ebenfalls scheinen auch nur Japaner von der Kreatur zu wissen. Ebenfalls etwas daher gezogen, wenn man bedenkt, woher Godzilla doch eigentlich entstammt.

Im Verlaufe des Films aber kommt es zu einer geballten Ladung Action und einem unvergesslichen Sounderlebnis. Städte werden dem Erdboden gleich gemacht, die Menschen sind machtlos (endlich mal) und niemand außer dem „King“ kann für das Gleichgewicht sorgen. So kommt es wie es kommen muss. Der Fight zwischen Godzilla vs Muto (m und w). Übrigens sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Menschen - die Amerikaner - versuchen die drei Kreaturen mit einer Ultra-Mega-Tonnen-Super-Hyper-Bombe zu eliminieren. „Hiroshima war dagegen eine Knallerbse“ lautet es im Film. Ich kann mich zwar nicht daran erinnern, wie es vor 70 Jahren war, aber laut den Aufzeichnungen hat die Bombe es geschafft mehrere 100.000 Menschen zu töten, ganze Landmassen wegzusprengen und auch noch radioaktive Strahlung zu hinterlassen. 70 Jahre später gibt es nun eine noch viel größere und mächtigere Bombe, die im Verlaufe des Films von einer Brücke fällt, von einem Muto fast gefressen wird und wie ein Ping-Pong Ball hin und her getragen wird. Unabhängig davon wird sie mal eben locker mit 4 US-Marines von A nach B getragen (wenn man bedenkt, dass sie gerade mal so mit einem Zug transportiert werden konnte).

Aber kommen wir zum Film an sich und der SPOILERGEFAHR! Etwas schade ist, dass der Film storytechnisch sehr gut beginnt, dann allerdings komplett im Nimmerland versinkt. Das hat einmal damit zu tun, dass Bryan Cranston, alias Heisenberg, Walter White oder einfach Malcom's Dad, früh stirbt und die Macher im Verlaufe dessen keinen richtigen Weg finden was sie dem Zuschauer eigentlich vermitteln wollen. Das ist leider etwas schade, denn obwohl Godzilla keine Neuerfindung ist, hätte man deutlich mehr rausholen können aus der Story und wenn man dafür etwas mehr auf die Tränendrüse drückt und eine bewegende Vater-Sohn-Geschichte erzählt. Was meiner Meinung nach ebenfalls viel zu kurz kam, war Godzilla selbst. Nur eine Mini-Geschichte zur Entstehung, warum er trotz seiner Masse nie gefunden wurde und was war das eigentlich für ein Vieh in der Höhle? Was vom Skelett her ebenfalls Godzilla hätte sein können und wieso brüten da Eier von einem "Muto" aus?

Ende von allem ist, dass es zu einem gigantischen Endkampf kommt, wo der Sieger, die Amerikaner, herausgehen. Die Story schafft es nicht über die 5 Punkte-Grenze, dagegen können Sound und Filmtechnik mit je einer 9 glänzen. Vom Inhalt her kam Godzilla deutlich zu wenig und war den gesamten Film über viel zu lieb zu den Menschen - die ihn immerhin mit Atombomben bombardiert haben. Kurzum: Für Fans ein Muss, für Action-Fans ein sehr unterhaltsamer Fans und für alle anderen lässt sich nur sagen, dass Godzilla 2014 ein gelungenes Remake von den 50er/60er Jahren ist.

Noch zwei Anmerkungen und Anregungen zum Nachdenken: M.U.T.O. steh für Massive Unidentified Terrestrial Organism. Ohne Probleme konnte man im deutschen statt "terrestrisch" (dt.) "terroristisch" verstehen. Zweitens: Eine Bombe, die - wenn auch nur 10-mal - stärker, mächtiger ist als die Hiroshima Bombe, würde ca. 10-15 Meilen vor der Küste San Francisco mit Sicherheit nicht wie eine Knallerbse wie im Film detonieren. Aber das sei auch nur mal so dahingestellt.


Montag, 5. Mai 2014

Das Ende einer Achterbahn-Saison endet mit einem flauen Gefühl

Es sollte der Anfang vom Ende werden, doch nach sieben Spielen kam das Ende früher als erhofft. Als achtes Team im Westen der stärksten Basketballliga der Welt, der NBA, hatten sich die Dallas Mavericks für die Playoffs qualifizieren können. Der Gegner stand schon lange fest, der Vize-Meister der letztjährigen Finals und das beste Team der regulären Saison 2013-14 - die San Antonio Spurs. Die Spurs mit ihrem "Jahrhundert" Coach, so Mavs Trainer Rick Carlisle, und der "Big Three" rund um Tim Duncan, Tony Parker und Manu Ginobili.

Die Experten waren sich einig. 4-0, maximal 4-1 geht die Serie locker für Spurs aus. Wer mochte es ihnen verdenken? Immerhin waren sie eines der offensivstärksten Teams (6. in PPG und 1. in AST) und auch in der Defense belegten sie den 6. Rang, sowie den 12. in Rebounds. Statistisch konnten die Mavericks nur mit ihrer Offense (8. PPG, 6. AST) mithalten. In der Defense (26.) dagegen waren sie das schlechteste Team von allen Playoff Mannschaften. Doch die Mavericks und besonders Vince Carter in Spiel 3 zeigten es allen Kritikern.

Statt vier oder fünf Spiele mussten die Spurs über die volle Länge gehen. Selbst in Spiel 5 gerieten die Spurs nach einer 20-Punkte-Führung noch einmal unter Druck und gaben das Spiel am Ende fast aus der Hand. Dann wäre die Serie in Spiel 6 in Dallas bereits beendet gewesen. Doch hätte, wäre, wenn spielt in den Playoffs nun mal keine Rolle. Dort zählt nur was am Ende auf dem Board steht und wer zu erst das vierte Spiel der Serie gewinnt. Denn wer neutral auf die Serie schaut, der würde sagen, wenn Vinsanity den Dreier in Spiel drei nicht trifft, dann wären die Mavs wirklich mit 1-4 ausgeschieden.



Letztendlich entschied die Realität die spannende Serie. Spiel sieben zeigte deutlich die Schwächen der Mavericks auf und gleichzeitig konnte der Basketballzuschauer das perfekte Zusammenspiel der Spurs bestaunen. Wer von "unfassbaren" oder "unschlagbaren" Spurs redet, der hat zum ersten Mal das Spiel von San Antonio gesehen. Sicherlich machte ein brillanter Tony Parker einen Unterschied aus, aber wer genau hingeschaut, der konnte klar die Handschrift von Coach Gregg Popovich erkennen. Ob es das sofortige Double auf Dirk oder das aufgezwungene Miss-Match für Dirk durch Ginobili war, beides trug seine Duftnote und brachte den Spurs den Erfolg.

Zwar kamen die Mavs nach der Halbzeit von 29 Punkten nochmal auf 14 Punkte ran - doch näher ließen die Spurs Dallas nicht mehr rankommen. Zu abgeklärt, zu sicher und vor allem zu überlegen war das beste Team der regulären Saison in Spiel sieben und damit zogen sie zurecht in die nächste Runde der Playoffs ein. Für Dirk blieb am Ende nichts, außer der Erkenntnis, dass man nächstes Jahr wieder angreifen wird, dann hoffentlich mit einer besseren Defense, aber auch dann ist Dirk wieder ein Jahr älter und vermutlich wieder ein paar Meter langsamer.

Im nächsten Teil: Kurzes Resümee der ersten Playoff-Runde